Die Bahnhofsmission gewinnt in diesem Jahr den Senfkornpreis. Der Preis für beispielhaftes soziales Engagement wird seit 1986 verliehen und ist mit 1.000 Euro dotiert. Die Verleihung am 15. Oktober fand im Rahmen eines Festes statt, zu dem die ehrenamtlich Tätigen als Dankeschön für ihr Engagement in die Caritas-Zentrale eingeladen waren.
"In Frankfurter Caritasverband sind etwa 1400 Menschen ehrenamtlich aktiv. Damit ist das Ehrenamt eine tragende Säule unserer vielfältigen Angebote", so Gaby Hagmans. Die Caritasdirektorin eröffnete die Preisverleihung mit einer umfassenden Würdigung des freiwilligen Engagements: "Alle Ehrenamtlichen kennzeichnet der Wille, sich aktiv einzubringen. Sie stellen sich aus Überzeugung in den Dienst einer Aufgabe - freiwillig und ohne Gegenleistung." Ohne die Vielzahl engagierter Menschen seien zahlreiche Hilfeleistungen und Angebote nicht möglich, erklärte Hagmans. Insbesondere seit 2015 seien immer wieder große Herausforderungen zu meistern gewesen. Daher habe freiwilliges soziales Engagement für den Caritasverband, die Kirchengemeinden und die Stadtgesellschaft in Frankfurt einen sehr hohen Stellenwert. Die Caritasdirektorin bedankte sich bei allen Aktiven für den außerordentlichen Einsatz: "Sie haben den Caritasverband gewählt, um sich dort mit Ihrer Zeit, Ihren Ideen und Ihrer Tatkraft einzubringen - das freut mich sehr und dafür danke ich Ihnen ganz herzlich."
Auszeichnung für Engagement in besonderer Größenordnung
Während des Corona-Lockdowns und seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat sich die Frankfurter Bahnhofsmission durch außerordentliches Engagement hervorgehoben. Dies hat die sechsköpfige Jury überzeugt und dies mit dem Senfkornpreis 2022 gewürdigt. Die beiden Jurymitglieder Ingrid Iwanowsky und Jürgen Leipold überreichten die Auszeichnung gemeinsam mit Caritasdirektorin Gaby Hagmans.
Seit mehr als 100 Jahren gelebte Ökumene
Die Bahnhofsmission in Frankfurt ist eine der ältesten ökumenischen Einrichtungen in Deutschland. Seit über 100 Jahren engagieren sich evangelische und katholische Christen gemeinsam und helfen Menschen auf Reisen, in akuten Nöten oder auch in existenzieller Notlagen.
Über 170.000 Gespräche und 250.000 ausgegebene Getränke
Die Bahnhofsmission in Frankfurt hatte schon immer gut zu tun. Doch in den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Hilfesuchenden immens gestiegen. Die Zahl an Aufenthalten, Gesprächen oder Auskünften hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt. Allein in diesem Jahr gab es bei der Bahnhofsmission bis Oktober über 250.000 Aufenthalte oder 170.000 Auskünfte. Für die große Zahl Geflüchteter aus der Ukraine war sie die erste Anlaufstelle in Frankfurt.
Eine Leidenschaft, für Menschen da zu sein
Hinter diesen beeindruckenden Zahlen von Unterstützungsleistungen steht das Team der Bahnhofmission unter der Leitung von Anja Wienand. Neben 20 Hauptamtlichen sind 35 ehrenamtlich Engagierte rund um die Uhr aktiv und kümmern sich 365 Tage im Jahr um die Anliegen der Ratsuchenden. Trotz erschwerter Rahmenbedingungen und großer Herausforderungen, leisten sie unermüdlich Außergewöhnliches. Sie werben sogar neue neue Helfer*innen an: Erst in den letzten Wochen sind vier Ehrenamtliche neu dazugekommen.
Über den Senfkornpreis
Der Preis für beispielhaftes soziales Engagement wird durch die Senfkornpreisjury und den Caritasverband Frankfurt e. V. verliehen. Es gibt den mit eintausend Euro dotierten Preis seit 1986
Den Senfkornpreis erhält seit 1986 jedes Jahr eine ehrenamtliche Initiative in Frankfurt am Main für beispielhaftes soziales Engagement. In den beiden Pandemiejahren 2020/2021 wurde der Preis ausgesetzt. 2022 wurde der Preis nicht ausgeschrieben, sondern im Sinne der Stifterin und der Jury verliehen. Die sechsköpfige Jury setzt sich zusammen aus ehren- und hauptamtlich Tätigen im sozialen Bereich.
Der Name der Preises bezieht sich auf das biblische Gleichnis vom Senfkorn im Neuen Testament. Hier erwächst aus dem kleinsten Samenkorn ein mächtiger Baum.
Der Senfkornpreis setzt ein Zeichen für die Lebendigkeit und Solidarität freiwilligen sozialen Engagements in Frankfurt.