Was lange leer stand, ist heute ein lebendiger Ort der Begegnung: Im vergangenen halben Jahr hat sich der frühere Lebensmittelladen und Kiosk in der Idsteiner Straße 196 zu einem gut angenommenen Nachbarschaftstreff entwickelt. Das Caritas-Quartiersmanagement Gallus, das den TREFFPUNKT initiiert hat und begleitet, zieht ein erstes positives Resümee.
Der TREFFPUNKT bietet einen konsumfreien Ort für alle Menschen im Quar-tier rund um die Anspacher Straße im Gallus.Caritasverband Frankfurt e. V.
ANSI 326, Silhouetten und die Galluswarte, als Graffiti auf das kleine, einstöckige Gebäude in der Idsteiner Straße gesprüht, zeigen auf den ersten Blick, für wen der TREFFPUNKT da ist: die Menschen im Quartier rund um die Anspacher Straße (ANSI) - unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Er ist ein konsumfreier Treffpunkt für die Bewohner*innen mit Beratungs- und Freizeitangeboten und ein Ort, der Gemeinschaft ermöglicht.
Nun, rund sechs Monate nach der Eröffnung, ist klar, dass der TREFFPUNKT gut angenommen wird: drei Sozialberatungsangebote pro Woche, drei Kooperationspartner*innen und erste regelmäßige und punktuelle Aktionen von Nachbar*innen für Nachbar*innen. Alle Angebote werden rege besucht und stetig ausgebaut.
"Der TREFFPUNKT zeigt, wie wichtig wohnortnahe, offene Begegnungsräume für ein lebendiges Quartier sind", sagt Lisa Karasch vom Quartiersmanagement Gallus. "Dass dieser Ort endlich mit Leben gefüllt wurde und nun so gut angenommen wird, freut uns sehr."
Verschiedene Angebote im TREFFPUNKT
Ein Schwerpunkt liegt auf niedrigschwelligen, wohnortnahen Beratungsangeboten. Neben den ASB Familienlots*innen, die Unterstützung für Familien im Stadtteil bieten, hat auch die ehrenamtliche Sozialberatung Rat&Tat im TREFFPUNKT einen zweiten Standort im Stadtteil gefunden. Ergänzt wird das Beratungsangebot durch die Formularsprechstunde des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Der Jugendmigrationsdienst des International Bunds (IB) organisiert ein Treffen für Jun-gen. Angebote weiterer Kooperationspartner*innen sind bereits in Planung.
Außerdem wird der TREFFPUNKT aktiv von Nachbar*innen selbst mitgestaltet: Das TREFFPUNKT-Café ist zweiwöchentlich für Jung und Alt geöffnet. Spezielle Angebote finden regelmäßig statt oder sind in Planung: zum Beispiel ein Upcycling-Workshop, ein Nähkurs, eine Mädchen AG und eine Hausaufgabenhilfe.
Vom Zufall zum zukunftsfähigen Nachbarschaftstreff
Die Entstehungsgeschichte des TREFFPUNKTS ist eine besondere: Ursprünglich führ-ten die Großeltern der heutigen Besitzer dort einen Lebensmittelladen, später zog ein Kiosk ein. Über einen langen Zeitraum stand der Raum leer. Caritas-Quartiersmanagerin Lisa Karasch suchte lange vergeblich nach dem Eigentümer, um den Raum für die Nachbarschaft nutzbar zu machen.
Kurz vor Weihnachten 2022 kam es schließlich zu einem glücklichen Zufall: Einer der Besitzer betrat das Stadtteilbüro in der Frankenallee und fragte, ob Interesse an der Nutzung des Raumes bestehe - ohne zu wissen, dass bereits intensiv nach ihm gesucht worden war. Schnell war klar, dass das Caritas-Quartiersmanagement den leerstehenden Raum gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen aus dem Stadtteil für die Bewohner*innen nutzbar machen möchte. Nach umfassenden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen konnte die ersten Angebote im TREFFPUNKT im Januar diesen Jahres starten. Im April konnten alle Bewohner*innen die Räumlichkeiten beim Willkommensfest kennen lernen.
Der TREFFPUNKT entwickelt sich stetig weiter - mit neuen Angeboten und auch äu-ßerlich. Seit Mai begrüßt die neue, bunte Außenfassade Besucher*innen und Passant*innen. Das Graffiti ist das Ergebnis eines Projekts mit Jugendlichen aus der ANSI und macht das Gebäude nun auch optisch zum Ort der Menschen im Quartier.
Das Quartiersmanagement Gallus ist Teil des Frankfurter Programms Aktive Nachbarschaft und wird durch das Jugend- und Sozialamt Frankfurt gefördert.