Frankfurt am Main, 21. August 2026. Kinder sollen mitreden, mitentscheiden und ihre Stadt mitgestalten können. In der Kindertagesstätte Liebfrauen mitten in der Frankfurter Innenstadt gehört das zum Alltag. Die Einrichtung des Caritasverbands Frankfurt ist jetzt beim KTK Bistum Limburg Kita-Preis mit dem 1. Platz ausgezeichnet worden.
Große Freude beim Team der Caritas-Kita Liebfrauen: Gemeinsam nahmen sie den ersten Preis des KTK Bistum Limburg Kita-Preises entgegen. Caritasverband Frankfurt e. V.
"Sie zeigen, wie Demokratie von Anfang an gelebt wird - auf kreativste Art und Weise", würdigte Heike Hofmann, Hessische Staatsministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, die Arbeit der Kita Liebfrauen bei der Preisverleihung des KTK Bistum Limburg Kita-Preis im Thalhaus Theater in Wiesbaden. "Gera-de in Zeiten wie diesen, wo Demokratie unter Druck ist, ist das diesjährige Thema genau das richtige für einen Kitapreis."
Der Preis rückt 2026 katholische Kindertageseinrichtungen in den Mittelpunkt, die Kinderrechte, Beteiligung und demokratische Mitgestaltung besonders überzeugend leben. Gerade angesichts gesellschaftlicher Polarisierung gewinnt frühe Demokratiebildung an Bedeutung. Kinder erfahren, wie Gemeinschaft gelingt, Regeln gemeinsam ausgehandelt werden und wie sie Verantwortung übernehmen können. Drei Kindertagesstätten wurden ausgezeichnet: Katholische Kita Sonnenau in Steinefrenz, Pfarrei St. Laurentius Nentershausen (2. Platz) und Katholischer Kindergarten und Familienzentrum St. Martin in Bad Ems, Pfarrei St. Martin und St. Damian (3. Platz).
Auszeichnung der Kita Liebfrauen für ihr Engagement
"Die Katholische Kita Liebfrauen in Frankfurt zeigt eindrucksvoll, wie Kinderrechte, Demokratiebildung und gesellschaftliche Teilhabe bereits im frühen Kindesalter miteinander verbunden werden können", heißt es im Kurzporträt der Gewinner-Kita. "Innmitten einer vielfältigen Frankfurter Innenstadtumgebung erleben Kinder die Kita nicht nur als Bildungsort, sondern als Raum, in dem sie ihre Interessen vertreten, Verantwortung übernehmen und ihre Umwelt aktiv mitgestalten können."
Hervorzuheben sind Aktionen und Projekte wie der "Stadtführerschein", den Viertklässer*innen erwerben können, um zeitweise selbstständig das Kitagelände zu verlassen oder die regelmäßige Teilnahme an der Frankfurter Kampagne "Frankfurt - Stadt der Kinder". Ein dazu selbst produzierter Film zum Recht auf Schutz in bewaffneten Konflikten wurde 2022 für die Visionale nominiert.
"Das Thema Kinderrechte ist für uns kein Projekt, sondern eine Haltung", sagt Aksana Abbas, Einrichtungsleitung der Kita. "Die Kinder erleben, dass ihre Stimmen zählen und dafür gehen wir beispielsweise mit Demonstrationen auch in die Öffentlichkeit. Dabei binden wir auch die Eltern ein. Oftmals stammen sie aus Kulturkreisen, wo sie Beteiligung und freie Meinungsäußerung nicht erfahren haben."
Auch im Alltag lebt die Kita Partizipation. In Kinderkonferenzen diskutieren die Kinder gemeinsame Themen und treffen Entscheidungen. Bei Besuchen wie zum Beispiel des Franziskustreffs begegnen Kinder unterschiedlichen Lebensrealitäten und setzen sich mit Lebenssituationen wohnungsloser Menschen auseinander.