Frankfurt am Main, 14. Oktober 2026. Mehr Öffnungstage, mehr sozialpädagogische Unterstützung und mehr geschützter Raum: Der Lisbethtreff der Caritas in Sachsenhausen wird mit Unterstützung des Landes Hessen und des Jugend- und Sozialamtes der Stadt Frankfurt ausgebaut. Ab Anfang November öffnet die Anlaufstelle für wohnungslose Frauen künftig an fünf Tagen in der Woche - montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Damit stärkt die Caritas ein Angebot, das seit fast 25 Jahren besteht und für viele Frauen zu einem wichtigen Anlaufpunkt geworden ist.
Der Ausbau der Einrichtung unter anderem durch die Schaffung von zwei sozialpädagogische Stellen, ermöglicht eine intensivere Begleitung, Beratung und Unterstützung der Besucherinnen und hilft dabei, gemeinsam weitere Perspektiven zu entwickeln. Ermöglicht wird der Personalausbau durch eine Förderung des Landes Hessen an das Jugend- und Sozialamt Frankfurt, welches den Caritasverband mit der Angebotserweiterung beauftragt.
Mitarbeiter*innen der Stadt Frankfurt und des Caritasverbands nehmen den Förderbescheid entgegen: v.l.n.r.: Marius Falkenhahn (Einrichtungsleiter Caritas-Tagesaufenthalte), Iris Deiber (Abteilungsleiterin Jugend- und Sozialamt), Ralph Rußmann (Abteilungsleiter Soziale Stadt Caritas), Heike Hofmann (Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales), Nanine Delmas (Leiterin Jugend- und Sozialamt), Patricia Michaeli & Sarah Hanel (Sozialarbeiterinnen)Caritasverband Frankfurt e. V.
Im Rahmen des Ausbaus hat sich Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, vor Ort über das Angebot und die Arbeit der Caritas informiert. Gleichzeitig übergab sie den Förderbescheid an Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes. Hofmann: "Obdachlose Frauen sind eine in hohem Maße vulnerable und schutzbedürftige Gruppe. Mit diesem Angebot erreichen wir Betroffene niedrigschwellig und sorgen dafür, dass sie die bestehenden Hilfsangebote nutzen können. Ich danke daher allen, die die Projekte auf den Weg gebracht haben und nun mit Leben füllen, insbesondere den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt und der Caritas."
Mehr Raum für Rückzug
Zudem investiert die Caritas selbst über Spenden- und Eigenmittel in die Weiterentwicklung des Lisbethtreffs. Geplant sind unter anderem eine neue und leistungsfähigere Küche sowie zusätzliche Möglichkeiten zum Sitzen, Ausruhen und Zurückziehen. Perspektivisch sollen auch Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten für Frauen während des Tages geschaffen werden. Wie wichtig die zusätzlichen Öffnungstage sind, zeigt die freudige Reaktion einer Besucherin auf die geplante Erweiterung: "Dann können wir ab sofort jeden Tag kommen."
"Wohnungslose Frauen sind besonderen Gefährdungen ausgesetzt. Viele haben Gewalt erlebt und versuchen, ihre Wohnungslosigkeit möglichst unsichtbar zu halten. Umso wichtiger sind Orte, an denen Frauen Schutz finden, zur Ruhe kommen und Unterstützung erhalten", betont Marius Falkenhahn, Leiter der Caritas-Tagesaufenthalte für Menschen in Wohnungsnot.
"Nachhaltige und zielgerichtet niedrigschwellige Hilfe funktioniert vor allem in einem guten Netzwerk von Stadt und starken Trägern. Wir freuen uns als Verband sehr, dass wir mit Unterstützung des Landes und der Stadt einen wichtigen Ort in Frankfurt ausbauen können. Bestehende Strukturen nutzen und stärken ist gerade in Zeiten knapper werdender Mittel für uns als Träger von großer Bedeutung", ergänzt Ralph Rußmann, Abteilungsleiter Soziale Stadt im Caritasverband.
Der Ausbau ist eines der Ergebnisse der engen Zusammenarbeit von Stadt Frankfurt, Caritasverband, Diakonie und Frankfurter Verein in der Wohnungslosenhilfe in Frankfurt. Die Träger ergänzen sich mit unterschiedlichen Angeboten und entwickeln diese gemeinsam und entsprechend dem Bedarf weiter.
Lisbethtreff: Ein Angebot mit Geschichte
Der Lisbethtreff in Sachsenhausen bietet Frauen einen geschützten, niedrigschwelligen Tagesaufenthalt sowie Beratung und Unterstützung. Er ist eng mit der Geschichte der Wohnungslosenhilfe der Caritas in Sachsenhausen verbunden. Im Rahmen der Avetorstubb, die als Tagesaufenthalt, Schutz- und Begegnungsort für wohnungslose und hilfebedürftige Menschen eingerichtet wurde, entstand im gegenüberliegenden Avetorhaus ein eigener Bereich für wohnungslose Frauen. Dort etablierte sich der Lisbethtreff als spezielles Angebot für Frauen. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Kirchengemeinde gestalteten zunächst unter fachlicher Begleitung der Sozialarbeit regelmäßige Treffen und Veranstaltungen. Der geschützte, frauenspezifische Zugang ist damit seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Angebots der Caritas in Sachsenhausen.