Gründerjahre
Die Absicht ist laut Satzung, "ein wachsames Auge (zu) haben auf alle bestehenden und entstehenden Notstände."
Erster Caritassekretär, später Caritasdirektor, ist der Kaufmann Anton Matti. Die Linie des Verbandes wird in den ersten 16 Jahre von Laien bestimmt, die Arbeit von Ehrenamtlichen geleistet. Zu den Aufgaben gehören die Betreuung von Strafgefangenen und Alkoholabhängigen und die Fürsorge für Kinder und Jugendliche inclusive der Übernahme von Vormundschaften.
Im 1. Weltkrieg schließen sich die Wohlfahrtseinrichtungen in ganz Frankfurt zur "Kriegsfürsorge" zusammen. Der Caritasverband organisiert 1916/1917 für 3.000 Kinder Erholungsaufenthalte auf dem Land und sorgt dafür, dass 2.000 Kinder von Schweizer Familien aufgenommen werden. Nach dem Krieg ist ein wichtiger Teil der Arbeit Hilfe für Kriegsheimkehrer.
Auch die 20er Jahre waren geprägt von großer Not. Viele Menschen in den Großstädten hungerten. Eine der wichtigsten Aufgaben des Caritasverbandes war das Sammeln und Verteilen von Lebensmitteln. Daneben baute er die Jugendhilfe aus, gründete viele katholische Kindergärten und organisierte Erholungsaufenthalte auf dem Land für Frankfurter Kinder und Jugendliche.
Am 9. April 1932 wird der Caritasverband in das Vereinsregister eingetragen. Im Oktober desselben Jahres öffnet der erste Caritas-Kindergarten in einer Vierzimmerwohnung in der Nussbergsiedlung.