Haus Ursula
Christine Resinek (Leitung)
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„Projekt Abenteuer“
Dem Element Wasser auf Skiern trotzen - Mädchen aus „Haus Ursula“ lassen sich nicht unterkriegen
„Wenn du dich sicher fühlen willst, dann tu, was du schon immer konntest. Aber wenn du wachsen willst, dann gehe bis äußersten
Ende deiner Kompetenz. Und das heißt, dass du für kurze Zeit deine Sicherheit verlierst. Wann immer du also nicht genau weiß,
was du gerade tust, weißt du, dass du wächst.“ Das ist die Grundidee von „Projekt Abenteuer“, einem erlebnispädagogischen
Ansatz aus den USA (Project adventure, 1995). Dass dies zutrifft, können die Mädchen von „Haus Ursula“, einer Caritas-Wohngruppe
in Frankfurt, aus eigener Erfahrung bestätigen: sie haben einen Einsteigerkurs „Wasserski“ absolviert.
Als „Ferienhighlight“ boten zwei Pädagoginnen aus Haus Ursula die „Aktion Wasserskifahren“ den Mädchen der Wohngruppen an,
und an einem schönen Sommertag ging es an einen See in der Nähe von Marburg, wo es eine Wasserskibahn gibt. Zuerst wurden
alle in Neoprenanzüge und Schwimmwesten gesteckt – ein seltsames Körpergefühl.
Auf einer kleinen Bahn probierten die Mädchen das Wasserskifahren zum ersten Mal aus, um ein Gefühl für das Element Wasser zu bekommen, das bretthart sein kann, aber weich genug ist, um einen untergehen zu lassen. Die ersten Versuche auf den Skiern gingen natürlich nicht ohne mehrfaches unfreiwilliges Untertauchen ab. Aber die Mädchen ließen sich nicht unterkriegen.
Anschließend ging es auf eine größere Bahn, auf der neben den normalen Wasserskiern auch „Wake“- und „Kneeboards“ gefahren
werden konnten. Unerschrocken probierten die Mädchen alles aus. Sie mussten an diesem Tag eine große Portion Mut und Selbstvertrauen
aufbringen, um sich dieser vollkommen unbekannten Aufgabe im Element Wasser zu stellen. Sie ließen sich ihre Ängste kaum anmerken
und versuchten, an ihre Grenzen zu gehen. Dabei sucht sich jede die Technik aus, mit der sie am besten zurechtkam und die
am meisten Spaß machte.
Da an dem Kurs auch andere Mädchen neben der Gruppe aus Haus Ursula teilnahmen, gab es immer wieder Wartezeiten, in denen
man die anderen beobachten konnte. Auch so lernt man, wie man es machen soll - oder auch nicht.
De Mädchen aus Haus Ursula mussten sich auf die fremde Gruppe einstellen und waren dadurch gefordert, Rücksicht zu üben und
Verständnis zu zeigen. So trainierten sie auch ihre sozialen Kompetenzen. Schon nach kurzer Zeit war ein Gemeinschaftsgefühl
entstanden, und alle zeigten Anteilnahme an den Erfolgen und Enttäuschungen der anderen Gruppe.
Es war eine rundum gelungene Aktion und ein schönes Erlebnis. Am Ende des Tages fuhren alle erschöpft und glücklich zurück
nach Frankfurt.
